Marktmissbrauchsverordnung (MAR)

Verbotene Marktmanipulation

Verkauf und Kauf aus steuerlichen Gründen

Verkaufen Kunden Wertpapiere an sich selbst oder - nach vorheriger Absprache - an nahestehende Personen, verweisen sie häufig auf steuerliche Gründe: Durch solche Geschäfte werden Verluste mit Gewinnen verrechnet. Zwei der häufigsten verbotenen Geschäfte im Börsenhandel sind die sogenannten "mit sich selbst Geschäfte" (Wash-Trades) und "abgesprochene Geschäfte mit anderen Personen", z.B. mit Ehepartnern, Kindern, Eltern oder Freunden (Pre-Arranged Trades).
Diese sind jedoch verboten.

"Mit sich selbst Geschäft" (Wash-Trade)

Bei einem "mit sich selbst Geschäft" (Wash-Trade) handeln Personen mit demselben Wertpapier mit sich selber. In diesem Fall werden typischerweise fast gleichzeitig eine Order und eine gegenläufige Order (Verkauf und Kauf) für dasselbe Wertpapier in das Online-Brokerage-System eingegeben, entweder über das Depot bei einer Bank oder zwei Depots bei unterschiedlichen Banken.

"Abgesprochenes Geschäft" (Pre-Arranged Trade)

Bei einem "abgesprochenen Geschäft" (Pre-Arranged Trade) sprechen sich zwei oder mehrere Personen beim Verkaufs- und Kaufauftrag mit im wesentlichen gleichen Stückzahlen und Preisen vorher ab. Typischerweise erfolgt der Verkauf und Kauf fast gleichzeitig. Als abgesprochen gelten auch Geschäfte, die mittels Depot-Vollmacht z.B. über Depots von Ehepartner, Kinder, Eltern oder Freunde abgewickelt werden.

Sowohl die oben beschriebenen "mit sich selbst Geschäfte" (Wash Trade) als auch "abgesprochene Geschäfte" (Pre-Arranged Trade) sind grundsätzlich verboten. Es handelt sich hierbei nach Art. 12 der europäischen Marktmissbrauchsverordnung (MAR) um Marktmanipulationen, die verboten sind.