Professor begeistert mit Tipps zur Gesundheit

Der Bewegungs- und Sportexperte Ingo Froböse war Gast des 23. Aschermittwochsgesprächs der Volksbank

Wissenschaftler der Sporthochschule Köln referierte zum Thema "Regeneration"

Gladbeck, 14.02.2018 - Er gilt als ausgewiesener Gesundheits- und Bewegungsexperte: Prof. Dr. Ingo Froböse, der vorgestern beim 23. Aschermittwochsgespräch der Volksbank launig und eloquent, aber ebenso eindringlich an die Gäste aus Politik, Wirtschaft und Gesellschaft appellierte, mehr für ihre Gesundheit zu tun – sich zu bewegen und zu regenerieren.

Aschermittwochsgespräch 2018

„Wir müssen selbst 'was tun und aktiv werden, das kann man nicht kaufen“, ermunterte der Sportwissenschaftler in seinem Vortrag „Regeneration und Pause“ zu regelmäßigem Bewegungs- und Muskeltraining, um gesund zu bleiben.

Den Akku immer richtig aufladen
Der Wissenschaftler der Sporthochschule Köln, der in jungen Jahren Leistungssportler war und viele aktuelle Sportler berät, ist überzeugt: „Wir haben in unserer Gesellschaft kein Belastungsproblem, sondern ein Regenerationsproblem.“ Der moderne Mensch nutze die Ressourcen seines Körpers, ohne sich ausreichend von den Belastungen zu erholen. Froböse: „Den Akku unseres Smartphones laden wir immer schön auf, unseren Körper aber nicht.“ Doch der habe es genau so nötig: „Ohne Regeneration degenerieren wir und werden krank“, warnte er. „Irgendwann ist nicht nur der Akku leer, sondern sind auch unsere Ressourcen aufgebraucht.“

Es gehe nicht nur darum, neue Alltagsbelastungen zu bestehen, sondern seine Lebensqualität so lange wie möglich zu erhalten, „um im günstigsten Fall am Ende gesund zu sterben.“ Froböse, der seinen Vortrag völlig frei hielt und mit seiner überzeugenden, wenig wissenschaftlichen Sprache seine Zuhörer sehr bewegte, beschwor förmlich die Aschermittwochsgäste: „Wir können nicht auf Regeneration warten, wir müssen es tun!“ Nach Belastungen brauche der Körper eine adäquate Erholung, um Ressourcen wiederherzustellen. Das müsse man aktiv angehen. Es gehe nicht immer um Sport, es reichten auch allerlei Alltagsbewegungen wie Treppensteigen, Gassi gehen mit dem Hund oder eine Runde mit dem Fahrrad fahren. Wichtig sei, ein Ausdauer- sowie ein Muskeltraining zu machen. „Nicht nur für den Kreislauf, auch für die Muskeln muss man was tun, sonst verschwinden sie und es kann schmerzlich werden.“ Froböse rät, die Muskeln „nicht in Watte“ zu packen, sondern: „Die müssen brennen, damit aus ihnen was wird.“
Bewegung mache frisch, auch im Kopf, durch mehr Durchblutung. Wichtig sei auch im Urlaub – bei der großen Erholung – die Zeit aktiv anzugehen, „viel draußen zu sein“. Froböse rät zu ausreichend Schlaf („daran niemals knapsen!“), Alkoholverzicht und viel Flüssigkeit am Morgen, da der Körper in der Nacht rund einen Liter verliere. Froböse: „Sport und Bewegung – das ist wie eine Impfung, so schafft es der Körper, sich wieder zu erholen.“
„Gesundheit ist unser höchstes Gut“, so hatte bereits zu Anfang Volksbankvorstand Ingo Abrahams die Gäste der traditionellen Gesprächsrunde im Veranstaltungssaal der Volksbank an der Goethestraße begrüßt. Abrahams unterstrich, das Thema „Belastung und Erholung“ sei gleichermaßen wichtig für Mitarbeiter wie für Unternehmer. Die Volksbank selbst lege Wert auf Prävention und betreibe ein Gesundheitsmanagement mit Hilfen für alle Mitarbeiter. Bürgermeister Ulrich Roland riet in seinem Grußwort, Pausen „in allen Lebensbereichen einzulegen, auch in der Politik.“ In der Ruhe liege die Kraft, zitierte Roland den chinesischen Lehrmeister Konfuzius – ganz im Sinne des Experten Froböse, der am Ende die Gäste mit seinen Bewegungsthesen mehr als nachdenklich gestimmt hatte.
 
Info: Ingo Froböse stammt aus Unna, ist 60 Jahre alt und Universitätsprofessor für Prävention und Rehabilitation im Sport an der Sporthochschule in Köln.   
Während seiner Studienzeit war er mehrfach als Sprinter deutscher Vizemeister über 100 und 200 Meter. Seine Bestzeit über 100 Meter: 10,4 Sekunden. Nach wie vor läuft er täglich.

 

Text: WAZ, Gladbeck