Aschermittwochsgespräch in der Volksbank Ruhr Mitte

Bernd Tönjes, Vorsitzender des Initiativkreises Ruhr, richtet beim Heringsessen den Blick nach vorn.

Gladbeck, 01.03.2017 - Von wegen Katerstimmung: Beim 22. Aschermittwochsgespräch der Volksbank Ruhr Mitte mit Gästen aus Wirtschaft, Politik und Verwaltung, verbreitete Gastredner Bernd Tönjes, RAG-Vorstandschef und Vorsitzender des Initiativkreises Ruhr, positive Aufbruchstimmung. „Wir wollen zeigen, wie toll das Leben hier sein kann, und dass berufliche Karrieren hier möglich sind“, erklärte er die Ziele des Wirtschaftsbündnisses, das sich 1989 gründete, nun 74 Mitglieder hat, die 640 Milliarden Euro umsetzen und weltweit 2,25 Millionen Mitarbeiter beschäftigen.

Initiativkreis Ruhr setzt auf die nachwachsende Generation

Dass der gebürtige Dorstener Tönjes, Bergbauingenieur und „auf Kohle geboren“, selbst bestes Beispiel für die Chancen und den Wandel in der Region ist, beschrieb zuvor Ingo Abrahams, Vorstandsmitglied der Volksbank. „Das Thema Wandel beschäftigt uns alle“, sprach er auch die Veränderungen in der Bankenwelt an, in der es gelte, neue Antworten auf bekannte Fragen zu finden und „Veränderung aktiv zu gestalten", um nicht den Anschluss zu verlieren. Deshalb gründe die Volksbank in diesem Jahr die erste digitale Filiale, kündigte Abrahams an. Das könnten junge Kunden spannend finden.

Passendes Stichwort: Die Jugend ist es auch, auf die der Initiativkreis Ruhr setzt. Bei allen drei Schwerpunkten – Wirtschaft, Bildung und Kultur – hat das Wirtschaftsbündnis die nachwachsende Generation im Blick, die für den Wandel im Ruhrgebiet steht. „1957 gab es 600.000 Bergleute und keine Studenten. Heute haben wir 260.000 Studenten und kaum noch Bergleute“, nennt Tönjes Zahlen.

Kluge Köpfe und gut ausgebildete junge Menschen müssen im Revier gehalten werden

Tönjes und mit ihm die Wirtschaft in der Region legen den Fokus darauf, junge, gut ausgebildete Menschen im Ruhrgebiet zu halten. Dazu gehöre neben der jüngst gestarteten Zusammenarbeit mit den Universitäten Bochum, Dortmund und Duisburg/Essen auch ein attraktives Umfeld. Um die klugen Köpfe im Ruhrgebiet zu halten, müssten sie jedoch auch hier ihre Chancen finden, zum Beispiel als Gründer von Startups und Unternehmen. Deshalb kooperiert das Bündnis mit den Universitäten Bochum, Dortmund und Duisburg/Essen und sammelt bei den Mitgliedern Geld (15 Mio. Euro) für einen Gründerfonds, der von der NRW-Bank verdoppelt wird. „Denn Gründer brauchen Geld“.
Ebenso bemüht sich der Initiativkreis mit vielen Projekten darum, versteckte Talente zu entdecken und Potenziale zu fördern. Tönjes: „Wir nehmen die mit, die wir hier haben“.

Bürgermeister: „Wandel ist eine Daueraufgabe. Dass wir das können, haben wir oft gezeigt.“

Alles also gute Gründe für den positiven Blick am Aschermittwoch aufs Revier, die Zukunft und die Menschen. Die lassen sich nicht bange machen, ist auch Bürgermeister Roland überzeugt. „Wandel ist eine Daueraufgabe. Dass wir das können, haben wir oft gezeigt“.“

Text: WAZ, Gladbeck