Volksbank Ruhr Mitte auf gutem Kurs

Digitalisierung wird als Chance genutzt

Gelsenkirchen, 08.05.2018 - 2017 war für die Volksbank Ruhr Mitte ein erfolgreiches Geschäftsjahr. Mit der Steigerung der Bilanzsumme, der Kundenforderungen, der Kundeneinlagen und nicht zuletzt des Eigenkapitals hat die Bank erreicht, was sie sich vorgenommen hat. Das Geschäftsjahr schließt sie auf Vorjahresniveau mit einem Jahresüberschuss von 4,3 Mio. Euro.

Bilanz-Pressekonferenz 2018

„Die Zahlen belegen, dass wir ein starker Partner der heimischen Wirtschaft und unserer rd. 120.000 Kunden sind,“ so der Vorstand. „Von einem Angriff der Commerzbank, der kürzlich verkündet wurde, kann nicht die Rede sein. Wir stellen eher fest, dass Großbanken entweder kaum in der Fläche vertreten sind oder sich aus dem Geschäftsgebiet verabschieden, wie zuletzt die Targo-Bank und die Deutsche Bank in Herten. Aufgrund der hohen Nachfrage haben wir unsere Beratungskapazitäten im Firmenkundenbereich sogar aufgestockt und mit dem neuen Filialformat VB-NEXT setzen wir auch im Privatkundengeschäft ein besonderes Zeichen für die Zukunft.“

„Das VB-NEXT Beratungscenter in Herten wird sehr gut angenommen. Die Zahl der Beratungstermine mit online-affinen Kunden konnte bereits gesteigert werden,“ so der Vorstand. „Es lohnt sich, in die Bank zu kommen oder sich über unsere Online-Kanäle auch persönlich beraten zu lassen. Eine fachlich fundierte persönliche Beratung und Betreuung vor Ort bietet gegenüber einer Kontoverbindung zu einer Direktbank viele Mehrwerte, insbesondere wenn es um wichtige Themen wie die Baufinanzierung, Altersvorsorge und den Vermögensaufbau geht.“

Voraussichtlich im 2. Quartal 2019 wird in Gladbeck das 2. VB-NEXT Beratungscenter eröffnet; es folgt das digitale Beratungscenter in der Gelsenkirchener Innenstadt. Mit dem neu gestalteten Angebot und Beratungszeiten von 8 bis 19 Uhr erreichen wir digital-affine Kunden, die sonst immer seltener in die Bank kommen.

Früher fanden viele Kundentermine aufgrund von Einlagenfälligkeiten statt. Durch die Niedrigzinspolitik hat sich das Angebot für die Anleger verändert. Die Fälligkeitstermine sind weitgehend weggefallen. Darüber werden Finanzierungen und Kontoeröffnungen zunehmend auch online durchgeführt. Mit VB-NEXT bietet die Volksbank Ruhr Mitte einen Mehrwert, denn der VB-NEXT-Kunde wird von der Volksbank Ruhr Mitte auch in der digitalen Welt persönlich betreut.

Digitalisierung als Chance
„Wir sehen die Digitalisierung als Chance, unser Angebot und die Geschäftsprozesse noch schneller zu optimieren und so unsere Wettbewerbsfähigkeit zu verbessern“, so der Vorstand. Ein wesentlicher Meilenstein auf diesem Weg ist die Einführung eines neuen EDV-Systems. Am 09.08.2019 wird die bisherige Anwendung bank21 durch agree21 ersetzt. Fast alle internen Geschäftsprozesse werden bis zur Einführung neu aufgestellt; dies führt bereits jetzt zu Optimierungen und Veränderungen. Aktuell wurden bereits die Geschäftsprozesse und die Betreuung im Bereich der Firmenkunden optimiert. Die digitale Kommunikation per E-Mail wurde ausgebaut. Seit einigen Monaten wird eine neue digitale (tablet-basierte) Beratermappe eingesetzt.

Jahresabschluss 2017
Am 7. Mai 2018 votierten die 121 anwesenden Vertreterinnen und Vertreter der Volksbank Ruhr Mitte für den vom Vorstand vorgelegten Jahresabschluss und die vorgeschlagene Verwendung des Bilanzgewinns in Höhe von 3,04 Mio. Euro. Damit erhalten die rund 47.000 Mitglieder (darunter 537 neue Bankteilhaber) wie im Vorjahr eine Dividende von 3,0 Prozent auf ihre gezeichneten Geschäftsanteile. Der Jahresüberschuss insgesamt beläuft sich auf 4,34 Mio. Euro – 3,6 Mio. Euro davon verwendet die Bank zur Stärkung ihres Eigenkapitals.
Die Bilanzsumme steigerte sich in 2017 auf 2,12 Mrd. Euro, ein Plus von 3,78 Prozent. Das Aktivgeschäft legte 2017 erneut überdurchschnittlich zu. Die Kundenforderungen stiegen im Vergleich zum Vorjahr um 83,7 Mio. Euro (6,7 Prozent) und summierten sich auf knapp 1,33 Mrd. Euro.
Insgesamt wurden im Geschäftsjahr 231,9 Mio. Euro neue Kredite an Firmen- und Privatkunden zugesagt. Darüber hinaus vermittelte die Bank im Verbund mit easyCredit (TeamBank AG) private Konsumentenkredite in Höhe von 14,9 Mio. Euro und baute damit den Gesamtbestand auf rund 48,3 Mio. Euro (+ 2 Mio. Euro) aus.
Die Steigerung der Kreditzusagen bei den Gewerbe- und Gewerbeimmobiliendarlehen resultiert aus einer Erhöhung der Investitionskredite im Mittelstandsgeschäft (unter Einbindung öffentlicher Fördermittel) sowie aus der Finanzierung von Renditeimmobilien, wie Verbrauchermärkte und Büro- und Geschäftshäuser.

Im Baufinanzierungsgeschäft wirkte sich das geringe Angebot an Neubauflächen und Gebrauchsimmobilien auf die Nachfrage aus. Insgesamt wurden in diesem Geschäftsfeld 128 Mio. Euro Kredite zugesagt.

Auch die bankeigene Tochtergesellschaft „Volksbank Immobilien Rhein-Ruhr GmbH“ hat sich im Geschäftsjahr ausgesprochen positiv entwickelt. In dem breit aufgestellten Geschäftsgebiet konnten mehr als 196 Immobilien mit einem Kaufpreisvolumen von 43,0 Mio. Euro vermittelt werden.

Die Kundeneinlagen erhöhten sich um 58,2 Mio. Euro (3,8 Prozent) auf 1,60 Mrd. Euro. Weiter gestiegen sind auch die kurzfristigen Anlagen – vorwiegend unverzinsliche, täglich fällige Sichteinlagen; sie machten rund 1,3 Mrd. Euro aus.

Die Provisionserträge konnten erwartungsgemäß gesteigert werden (+7,62 Prozent) und beliefen sich auf TEUR 17.839 (Vorjahr TEUR 16.631). Die gute Stimmung an den Aktienmärkten wirkte sich hierbei positiv auf das Wertpapiergeschäft aus. Die Erträge beliefen sich auf TEUR 4.110 (Vorjahr TEUR 3.739). Dies entspricht einer Steigerung von 10 Prozent.

„Bedingt durch die Zinspolitik der Europäischen Zentralbank können unsere Kunden, die klassischen Anlageformen bevorzugen, fast keine Kapitaleinkünfte mehr erzielen.“ so der Vorstand. „Viele Kunden scheuen sich davor, Teile Ihres Vermögens in Aktien, Investment- oder Immobilienfonds anzulegen. Das Anlegerverhalten hat sich trotz der mittlerweile mehrjährigen Nullzinsphase kaum verändert. Alternative Vermögensanlagen zum Sparbuch oder Festgeld sind deutlich komplexer und weniger verständlich, aber durchgängig rentabler. Da auch mittelfristig keine deutliche Zinswende in Sicht ist, empfehlen wir eine Umschichtung von Einlagen in substanzorientierte Anlagen.“

Altersvorsorge neu aufstellen
„Die Bundesregierung wäre gut beraten, nicht über neue Altersvorsorgekonzepte wie den Deutschlandsfonds, sondern erst einmal über die Folgen der Niedrigzinspolitik bei der beruflichen, der privaten und der staatlich geförderten Altersversorgung nachzudenken,“ so der Vorstand. „Die Regierung will die berufliche Altersversorgung stärken, vergisst aber das Grundproblem, dass bei vielen Altverträgen aktuell nur noch sehr geringe Kapitalerträge gutgeschrieben werden können. Viele Versicherungsgesellschaften geraten aufgrund der Mindestverzinsungen zunehmend unter Druck.

Wichtig ist, bei der Wahl der Anlageform auf einen möglichst hohen Aktienanteil zu achten, wie z.B. bei der UniProfiRente. Sonst besteht die Gefahr, dass die geplanten Ablaufleistungen aufgrund niedriger Zinsen nicht erreicht werden. Wir empfehlen daher jedem Kunden, seine Altersvorsorgeverträge überprüfen zu lassen und mehr in Aktien zu investieren.“
(Früher verdoppelte sich das eingezahlte Guthaben bei einem Zinssatz von 4,266 % in 30 Jahren – bei mtl. Ansparung und jährlicher Zinsgutschrift)

Eine erste Übersicht über die Versorgungssituation bietet hierzu auch die App „VR-AltersvorsorgeCockpit“, die alle Verbraucher kostenlos in den App-Shops downloaden können.

Förderbilanz 2017
Gut 850.000 Euro hat die Bank den Menschen in der Region in 2017 zukommen lassen. Es wurden rd. 500 Institutionen und Vereine direkt gefördert. Auch bei der Vergabe der Mittel wird die Volksbank Ruhr Mitte immer digitaler. Ein Teil der Mittel wurde über die Spenden-Plattform „vb-ruhrmitte.viele-schaffen-mehr.de“ oder per Online-Voting vergeben. Aktuell können Vereine Spendenmittel in Höhe von 37.510 Euro über die Plattform selber abrufen.
Die Volksbank unterstützte 2017 größere kulturelle und sportliche Veranstaltungen, an denen rund 254.000 Bürgerinnen und Bürger teilnahmen und organisierte selbst 18 Informationsgelegenheiten, die von 2.400 Teilnehmern besucht wurden.

Personalien

Im Jahresdurchschnitt 2017 beschäftigte die Volksbank Ruhr Mitte 396 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, darunter 28 Auszubildende und 87 Teilzeitkräfte. Für das im August 2018 beginnende neue Ausbildungsjahr können sich Spät-Entschlossene jetzt noch bewerben.
Im Aufsichtsrat setzt die Volksbank auf personelle Kontinuität: Der Aufsichtsratsvorsitzende Klaus Brachtendorf, sein Stellvertreter Dipl.-Kaufmann Joachim Banker und Dipl.-Kaufmann Wernher Schwarz wurden für drei weitere Jahre im Amt bestätigt.