Tipps für Berufseinsteiger

Drei Versicherungen sind existenziell

Gelsenkirchen, 25.08.2015 - Am 1. August 2015 starteten 15 junge Leute aus der Region mit ihrer Ausbildung bei der Volksbank Ruhr Mitte. Als Thomas Frieling, stellvertretender Bereichsleiter Privatkunden, im Jahr 1992 seine Ausbildung bei der Volksbank begann, war er ganz euphorisch. „Das war so ein bisschen wie mit dem Führerschein und dem ersten Auto. Ich fühlte mich freier. Während mich das Auto räumlich unabhängig machte, stand ich mit dem ersten Gehalt nun endlich auch finanziell auf eigenen Beinen. Der Einstieg ins Berufsleben brachte mehr Freiheit, forderte aber auch mehr Eigeninitiative“, berichtet Thomas Frieling.

Thomas Frieling, stv. Bereichsleiter Privatkunden, informiert die Auszubildende Helena Peters über wichtige Versicherungen für Berufseinsteiger.

Mit dem Eintritt ins Berufsleben müssen junge Menschen sich selbst versichern. Bis dahin sind die meisten gegen Krankheit oder Unfälle über ihre Eltern mitversichert. „Gerade am Anfang des Berufslebens ist oftmals ein spezieller Versicherungsschutz notwendig. Sich richtig zu versichern ist gar nicht so schwer, wenn zwei Regeln beherzigt werden“, erläutert Thomas Frieling, der heute selbst Auszubildende betreut.

Er empfiehlt den jungen Azubis: „Sichern Sie sich nur gegen existenzbedrohende Gefahren ab und verlassen Sie sich niemals nur auf die staatlichen Systeme, denn während der ersten Jahre Ihrer Berufstätigkeit haben Sie dort so gut wie gar keinen Schutz.“

„Drei Versicherungen sind dabei existenziell“, sagt Thomas Frieling. Das sind die Krankenversicherung, eine private Haftpflichtversicherung sowie eine Berufsunfähigkeitsversicherung.  

Eine Krankenversicherung muss in Deutschland jeder haben. Sie ist gesetzlich vorgeschrieben. Wer bei Berufsanfang ein Angestelltenverhältnis eingeht, ist in der gesetzlichen Krankenversicherung pflichtversichert, sofern sein Jahreseinkommen geringer als 54.900 Euro ist. Der Wechsel in eine private Krankenversicherung ist nur möglich, wenn das jährliche Bruttoeinkommen über der sogenannten Versicherungspflichtgrenze liegt. Aber auch, wenn das nicht der Fall ist, können zumindest teilweise die Leistungen einer Privatversicherung in Anspruch genommen werden: über eine private Krankenzusatzversicherung.

Wer anderen einen Schaden zufügt, haftet dafür in unbegrenzter Höhe

„Wenn man sich nur mal versehentlich auf die Brille des Freundes setzt, ist man froh, wenn zur Schadenregulierung die private Haftpflichtversicherung einspringt“, sagt Thomas Frieling, „und dabei war das nur ein Sachschaden.“ Bei Personenschäden kann die Haftung schnell in die Hundertausende oder in die Millionen gehen. Eine gute Versicherung ist bereits für 60 bis 70 Euro im Jahr zu haben. Bei  der Auswahl sollten Berufsanfänger darauf achten, dass die Versicherungssumme ausreichend hoch ist. „Die Versicherungssumme sollte bei mindestens drei Millionen liegen. Besser noch fünf Millionen Euro“, empfiehlt Thomas Frieling.

Private Vorsorge für die Berufsunfähigkeit

Die dritte Versicherung, die jeder Berufsanfänger haben sollte, ist die Berufsunfähigkeitsversicherung. Sie sorgt für den Unterhalt, falls ein Berufstätiger so schwer erkrankt ist, dass er nicht mehr arbeiten kann. Das kann eine körperliche Erkrankung sein in Folge eines Unfalls oder eine psychische Erkrankung wie eine Depression.

Zwar bekommen Berufsunfähige auch vom Staat eine Erwerbsminderungsrente. Diese liegt jedoch bei nur rund 33 Prozent vom Bruttoeinkommen und reicht für den Lebensunterhalt meist nicht aus. Und selbst auf diese Leistung haben Berufsanfänger keinen Anspruch. Denn für einen Anspruch auf Frührente muss man mindestens 60 Monate lang Beiträge in die gesetzliche Rentenversicherung gezahlt haben. Wer bei Berufsunfähigkeit nicht auf den Großteil seines Einkommens verzichten möchte und den Gang zum Sozialamt meiden will, sollte also unbedingt private Vorsorge treffen.

Die Rentenlücke schließen

Arbeitnehmer zahlen zwangsweise Beiträge in die gesetzliche Rentenversicherung. Doch die gesetzliche Rente wird nicht ausreichen, um das spätere Auskommen zu gewährleisten. „Wir zahlen unseren Beschäftigten 40 Euro monatlich an Vermögenswirksamen Leistungen“, erklärt  Thomas Frieling. „Das sollte man nicht unterschätzen. Im Laufe der Jahre kann sich da ganz schön was ansammeln.“ Bei geringem Einkommen – wie dem von Auszubildenden – gibt es sogar noch etwas vom Staat hinzu. Beschäftigte deren zu versteuerndes Jahreseinkommen unter 20.000 Euro (Ledige) beziehungsweise 40.000 Euro (verheiratete liegt haben Anspruch auf Arbeitnehmersparzulage.

Außerdem sollten sich Azubis bei ihrem Chef erkundigen, ob der Betrieb Sparmaßnahmen fördert. „Wenn es eine arbeitgeberfinanzierte betriebliche Altersvorsorge gibt – wie bei der Volksbank Ruhr Mitte –, sollte man die unbedingt abschließen“, empfiehlt Thomas Frieling. Die Beiträge werden in der Regel direkt vom Lohn einbehalten.