Volksbank Ruhr Mitte schließt Geschäftsjahr 2015 gut ab

Vorstand sieht geldpolitischen Kurs der EZB kritisch

Gelsenkirchen, 02.05.2016 - 2015 war ein zufriedenstellendes Geschäftsjahr für die Volksbank Ruhr Mitte. Die anhaltend niedrigen Zinsen belasteten zwar das zinsabhängige Geschäft, doch wirkte das Provisionsgeschäft stabilisierend. Mit der Steigerung der Bilanzsumme, der Kundenverbindlichkeiten und -einlagen und nicht zuletzt der Steigerung des Eigenkapitals hat die Bank erreicht, was sie sich vorgenommen hat. Das Geschäftsjahr 2015 schließt sie mit einem Jahresüberschuss nach Steuern in Höhe von 4,198 Mio. Euro ab.

Diese Zahl spiegele – erklärten Dieter Blanck, Dr. Peter Bottermann und Ingo Abrahams – die Qualität des Geschäfts der Bank. Qualität erfüllt für die drei Mitglieder des Vorstands ganz klar eine Funktion: Ihren Kunden Nutzen verständlich und zugänglich zu machen. Das ist der Volksbank Ruhr Mitte auch unter widrigen geldpolitischen und regulatorischen Rahmenbedingungen in 2015 offensichtlich gelungen. Sowohl im Firmenkundengeschäft als auch im hart umkämpften Privatkundengeschäft überzeugte die Bank mit vernünftiger Produktauswahl und guter Beratung. In beiden Kundensegmenten konnten leichte Zuwächse erzielt werden. „Mehr Bank. Mehr Beratung.“ soll bei der Volksbank Ruhr Mitte nicht nur ein Slogan sein, sondern ein Versprechen, auf dessen Einhaltung sich die Kunden der Bank verlassen können.

Dieses Versprechen umzusetzen, ist allerdings unverändert eine Herausforderung. Die extrem expansive Geldpolitik der Europäischen Zentralbank (EZB), erklärte Dr. Peter Bottermann, habe nach vielen Jahren nicht die gewünschte Wirkung gezeigt. „Die Instrumente der EZB sind seit Jahren nahezu wirkungslos. Die damit einhergehenden Wachstumsimpulse drohen nach Anfangserfolgen zu verwässern. Ein "weiter so" birgt beträchtliche Risiken“. Für Dr. Peter Bottermann und seine Vorstandskollegen ist deshalb jetzt die richtige Zeit für einen Kurswechsel.

Jahresabschluss 2015

Dr. Peter Bottermann

Am 2. Mai 2016 votierten die 146 anwesenden Vertreterinnen und Vertreter der Volksbank Ruhr Mitte einstimmig für den vom Vorstand vorgelegten Jahresabschluss und die vorgeschlagene Verwendung des Bilanzgewinns in Höhe von 2,898 Mio. Euro. Damit erhalten die rund 50.000 Mitglieder (darunter 758 neue Bankteilhaber) wie im Vorjahr eine Dividende von drei Prozent auf ihre gezeichneten Geschäftsanteile. Der Jahresüberschuss insgesamt beläuft sich auf 4,198 Mio. Euro. 3,5 Mio. Euro verwendet die Bank zur Stärkung ihrer Eigenkapitalbasis, um den vielfältigen regulatorischen Anforderungen gestärkt begegnen zu können.

Die Bilanzsumme erreichte mit 1,95 Mrd. Euro das Vorjahresniveau. Das Gesamtkundenwertvolumen stieg um fast zwei Prozent auf 3,8 Mrd. Euro. Die Forderungen im bilanziellen Kundenkreditgeschäft summierten sich auf knapp 1,19 Mrd. Euro. Dies entspricht einer Steigerung gegenüber dem Vorjahr von 1,6 Prozent. Das Jahr 2015 war von einer hohen Tilgungsquote und einem starken Neugeschäft geprägt. Insgesamt wurden im Geschäftsjahr 235 Mio. Euro neue Kredite an Firmen- und Privatkunden zugesagt, das waren rd. 68 Mio. Euro mehr als im Vorjahr. Darüber hinaus vermittelte die Bank im Verbund mit der TeamBank AG private Konsumentenkredite in Höhe von rund 13 Mio. Euro.
 
Die Steigerung der Kreditzusagen bei den Gewerbedarlehen und Gewerbeimmobiliendarlehen resultiert einerseits aus einer Erhöhung bei den Investitionskrediten im Mittelstandsgeschäft, unter Einbindung öffentlicher Fördermittel, und andererseits aus der Finanzierung von Renditeimmobilien wie Verbrauchermärkten und Büro- und Geschäftshäusern. Bei den Wohnungsbaudarlehen stiegen sowohl die Kreditzusagen für die Finanzierung von Mehrfamilienhäusern (Renditeobjekte) als auch die für Einfamilienhäuser und Eigentumswohnungen.

Die Kundeneinlagen erhöhten sich um 1,8 Prozent auf 1,52 Mrd. Euro. Aufgrund einer regen Umsatztätigkeit im Wertpapiergeschäft erhöhte sich hier das Ergebnis um 24 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Auch das Bauspargeschäft profitierte. Hier ergaben sich Steigerungen gegenüber dem Vorjahr von 43 Prozent. Das Volumen der Wertpapier- und Fondsdepots betrug zum Jahresende 612,4 Mio. Euro.

Altersvorsorge und Vermögensbildung

Dieter Blanck

„Unsere Kunden denken bereits um. Und investieren zunehmend in Aktienfonds und andere Wertpapierprodukte. Aktiensparen ist zwar immer noch nicht ,des Deutschen liebstes Kind'.". Doch Dieter Blanck ist davon überzeugt, dass diese Anlageform derzeit neben Investitionen in Immobilien die besten Chancen bietet, Vermögenszuwächse zu erzielen.

Für die private Altersvorsorge seien fondsgebundene Angebote mit staatlicher Förderung jedenfalls die erste Wahl. „Und sie werden von unseren Kunden auch genutzt“, erklärte Blanck, „denn die aktuelle Diskussion über Lebensarbeitszeit und Absenkung des Rentenniveaus zeigt, dass eine ergänzende Vorsorge unerlässlich ist, will man seinen Status Quo im Ruhestand halten. Die Rente ist zwar sicher, doch das ist nur ein Teil der Wahrheit. Denn "sicher" heißt noch lange nicht ausreichend. Ein hoher Lebensstandard im Alter ist nur dem möglich, der in die gesetzliche, betriebliche und private Altersvorsorge einzahlt.".

Strategie und Ausblick

Die Filiale ist und bleibt ein wichtiger Fixpunkt in der Kundenbetreuung. Hier profitieren die Kunden der Volksbank Ruhr Mitte von der mehrfach mit Bestnoten ausgezeichneten Genossenschaftlichen Beratung auf Augenhöhe. Mit ihren Online- und Mobile-Services (Omnikanal-Strategie) bietet die Bank ihren Kunden zudem viele sichere und rund um die Uhr zugängliche Wege zum Konto.

Von der Einführung des kontaktlosen Bezahlens mit der Girocard und der Kreditkarte oder dem Smartphone bis hin zum Video-Chat und der Video-Beratung hat die Bank für 2016 gleich mehrere Serviceleistungen in der Pipeline. Zunächst hat der weitere Ausbau von paydirekt – dem sicheren Bezahlverfahren für das Online-Shopping – höchste Priorität. Die Zahl der angebunden Online-Shops soll von aktuell 60 auf einige Hundert, darunter auch die 100 Top-Seller, ausgebaut werden. Das wird aber erst der Anfang sein. Denn weitere Investitionen in neue Bezahlverfahren sind bereits geplant.

„Das Thema Digitalisierung haben wir immer schon vorangetrieben und unseren Kunden frühzeitig neue Serviceleistungen angeboten“, erklärte Ingo Abrahams. „Zwei Drittel aller Überweisungen werden bereits heute online abgewickelt. Über 16 Prozent unserer Kunden nutzen ihre Online-Filiale über mobile Endgeräte (Bundesdurchschnitt 5 Prozent) und mehr als 30 Prozent unserer Privatkunden den elektronischen Kontoauszug.“

„Und es wird noch komfortabler“, freut sich Ingo Abrahams. „Eine Baufinanzierungsanfrage kann der Kunde heute schon online so vorbereiten, dass binnen 24 Stunden eine Zusage möglich ist“.

Förderbilanz 2015

Ingo Abrahams

Die Volksbank Ruhr Mitte setzt sich für gemeinnützige Initiativen ein, die neue Ideen, aber auch Bewährtes in den Bereichen Kultur, Bildung, Sport und Soziales umsetzen. Ihr Ziel: Mit dem Geld, das sie in der Region verdient, in der Region etwas zu bewegen. In 2015 hat sich die Bank mit gut 500.000 Euro – davon 409.000 Euro aus den Reinerträgen des Gewinnsparvereins – für den Standort Ruhr Mitte engagiert. Die Bank förderte 166 größere kulturelle und sportliche Veranstaltungen, an denen rund 183.000 Bürgerinnen und Bürger teilnahmen.

Am 23. Oktober 2015 stellte die Volksbank ihre Crowdfunding Plattform „www.vb-ruhmitte.viele-schaffen-mehr.de“ online. Die hier vorgestellten Projekte konnten bis Anfang März 470 Unterstützer für sich gewinnen und rund 14.000 Euro einsammeln, davon 4.500 Euro aus dem Spendentopf der Volksbank Ruhr Mitte.

Personalien

Voraussetzung für das alles sind Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die verantwortlich denken und handeln. Zum Ende des Geschäftsjahres 2015 beschäftigte die Volksbank Ruhr Mitte 425 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Die Ausbildungsquote lag abermals deutlich über 10 Prozent.

Im Aufsichtsrat setzt die Volksbank auf personelle Kontinuität: Isabel Bomke und Stephan Dieler wurden für drei weitere Jahre im Amt bestätigt. Neu in den Aufsichtsrat gewählt wurde Dr. Esther-Maria Meyer-Rudel. Der langjährige Aufsichtsratsvorsitzende Peter Große-Kreul konnte nach Erreichen der Altersgrenze nicht wieder gewählt werden. Er beendet nach 28 Jahren im Aufsichtsrat - seit dem 4. Mai 2009 als Vorsitzender - seine Tätigkeit. Für seine Verdienste um das Genossenschaftswesen wurde er vom RWGV mit der goldenen Ehrennadel ausgezeichnet. Zum neuen Vorsitzenden wählte der Aufsichtsrat Klaus Brachtendorf.

Vorstandsmitglied Dieter Blanck verabschiedete sich mit einem kurzen Rückblick auf ereignisreiche, erfolgreiche aber auch schwierige Jahre mit großen Herausforderungen von den anwesenden Mitgliedervertretern. Nach über 30-jähriger Vorstandstätigkeit geht er am 30. Mai 2016 in den Ruhestand. Hierüber werden wir gesondert berichten.