Volksbank Ruhr Mitte investiert in die Zukunft

Vorstand verspricht „Wir bleiben in der Fläche stark“

Gelsenkirchen, 09.05.2017 - 2016 war für die Volksbank Ruhr Mitte ein erfolgreiches Geschäftsjahr. Die anhaltend niedrigen Zinsen belasteten zwar nach wie vor die Zinsmarge, wobei das Provisionsgeschäft diesen Rückgang nicht ganz auffangen konnte. Mit der Steigerung der Bilanzsumme, der Kundenverbindlichkeiten, der Kundeneinlagen und nicht zuletzt des Eigenkapitals hat die Bank jedoch erreicht, was sie sich vorgenommen hat. Das Geschäftsjahr 2016 schließt sie mit einem Jahresüberschuss von 4,3 Mio. Euro. Das sind 3,6 Prozent mehr als im Vorjahr.

Vorstand der Volksbank Ruhr Mitte (von links): Ingo Abrahams und Dr. Peter Bottermann

Jahresabschluss 2016

Am 8. Mai 2017 votierten die 146 anwesenden Vertreterinnen und Vertreter der Volksbank Ruhr Mitte einstimmig für den vom Vorstand vorgelegten Jahresabschluss und die vorgeschlagene Verwendung des Bilanzgewinns in Höhe von 3,048 Mio. Euro. Damit erhalten die gut 48.000 Mitglieder (darunter 607 neue Bankteilhaber) wie im Vorjahr eine Dividende von 3,0 Prozent auf ihre gezeichneten Geschäftsanteile. Der Jahresüberschuss insgesamt beläuft sich auf 4,349 Mio. Euro – 3,6 Mio. Euro davon verwendet die Bank zur Stärkung ihres Eigenkapitals.

Die Bilanzsumme kletterte in 2016 über die 2-Milliarden-Euro-Marke. Mit 2,04 Mrd. Euro lag sie 4,6 Prozent über Vorjahresniveau. Die Forderungen im bilanziellen Kundenkreditgeschäft summierten sich auf knapp 1,25 Mrd. Euro. Dies entspricht einer Steigerung gegenüber dem Vorjahr von 4,2 Prozent.

 

Das Aktivgeschäft legte 2016 – nach nur mäßigem Wachstum in 2015 – überdurchschnittlich zu. Die Kundenforderungen stiegen im Vergleich zum Vorjahr um 50,3 TEUR (4,2 Prozent). Insgesamt wurden im Geschäftsjahr 244,5 Mio. Euro neue Kredite an Firmen- und Privatkunden zugesagt – knapp 10,0 Mio. Euro mehr als im Vorjahr. Darüber hinaus vermittelte die Bank im Verbund mit der TeamBank AG private Konsumentenkredite in Höhe von 13,1 Mio. und baut damit den Gesamtbestand auf rund 46,2 Mio. Euro aus.

Die Steigerung der Kreditzusagen bei den Gewerbe- und Gewerbeimmobiliendarlehen resultiert aus einer Erhöhung der Investitionskredite im Mittelstandsgeschäft (unter Einbindung öffentlicher Fördermittel) sowie aus der Finanzierung von Renditeimmobilien, wie Verbrauchermärkte und Büro- und Geschäftshäuser.

Im Baufinanzierungsgeschäft mussten die Verbraucher mehr Geduld und Verständnis für die umfängliche Beratung aufbringen. Diese wird seit 2016 allen Banken mit der neuen Wohnimmobilien-Kreditrichtlinie vorgeschrieben und führt zu Einschränkungen bei der Kreditvergabe. Bei den Wohnungsbaudarlehen stiegen sowohl die Kreditzusagen für die Finanzierung von Mehrfamilienhäusern (Renditeobjekte) als auch die Zusagen für Einfamilienhäuser und Eigentumswohnungen. Insgesamt wurden in diesem Bereich 136 Mio. Euro Kredite zugesagt.                 

Auch die bankeigene Tochtergesellschaft Volksbank Immobilien Rhein Ruhr GmbH hat sich im Geschäftsjahr ausgesprochen positiv entwickelt. In dem breit aufgestellten Geschäftsgebiet konnten mehr als 212 Immobilien mit einem Kaufpreisvolumen von 34 Mio. Euro vermittelt werden.

Die Kundeneinlagen erhöhten sich um 66,2 TEUR (4,5 Prozent) auf 1,59 Mrd. Euro. Weiter gestiegen sind auch die kurzfristigen Anlagen – vorwiegend unverzinsliche, täglich fällige Sichteinlagen; sie machten rund 1,3 Mrd. Euro aus. Das so angelegte Vermögen der Kunden wird durch die Inflation real weniger.

Die Umsätze im Wertpapiergeschäft waren infolge der turbulenten Entwicklungen an den Aktienmärkten leicht rückläufig.

Persönliches Beratungsangebot wird ausgebaut

„Unser größter Differenzierungsfaktor zum Wettbewerb ist und bleibt die persönliche Beratung.“ Der Vorstand will deshalb die Beratungsqualität weiter stärken. Die genossenschaftliche Beratung biete bereits heute eine einzigarte Dialogberatung, bei der der Kunde im Mittelpunkt steht. Ärzten und Apothekern beispielsweise bietet die Bank seit Anfang des Jahres mit zwei Heilberufeberatern eine speziell auf diese Berufsgruppe ausgerichtete Beratung.

Ihren Privatkunden hat und wird die Bank angesichts des Niedrigzinsszenarios Wege zu mehr Ertrag aufzeigen und sie über alternative Anlagestrategien informieren. Drei Gründe sprechen laut Vorstand grundsätzlich für aktienbasierte Anlagen: ihre langfristige Ertragsstärke, ihr Sachwert-Charakter und ihre hohe Liquidität, also ihre tägliche Verfügbarkeit. Auf lange Sicht hält der Vorstand sie für die ertragsreichste Anlageform.
Angesichts der aktuellen Hochstände an den Aktienmärkten könnte jetzt allerdings ein gezieltes Investment empfehlenswert sein. Der Vorstand hält die Konjunkturdaten zwar weiterhin für stabil und auf Wachstum ausgerichtet. Es könnte jedoch sinnvoll sein, die aktuellen Kursgewinne jetzt abzusichern, „denn eine Rallye ist bekanntlich auch schnell wieder vorbei.“

Für Anleger, die regelmäßig und langfristig kleinere Beträge sparen wollen, lohne sich auch jetzt noch der Einstieg: Ansparpläne in beispielsweise Aktien oder Mischfonds böten langfristig Renditechancen deutlich über dem, was verzinsliche Anlagen liefern.

Wandel kundenorientiert mitgestalten

Ingo Abrahams
 

Die Bank werde sich auf dem Erreichten aber nicht ausruhen, denn – so Dr. Peter Bottermann und Ingo Abrahams – in ihren Filialen und auf den Online-Plattformen sei jeden Tag spürbar, wie dynamisch sich die Rahmenbedingungen im Wettbewerb und zugleich die Wünsche und Bedürfnisse der Kunden verändern.

Diese Herausforderungen nehme die Volksbank Ruhr Mitte kundenorientiert an. „Denn unsere Angebote richten sich immer zuerst nach dem Bedarf unserer Kunden,“ erläuterte der Vorstand. „Ganz oben auf ihrer Wunschliste stehen sowohl die persönliche Beratung als auch die mobile Erreichbarkeit.“ Die Volksbank Ruhr Mitte werde deshalb ihre Multikanalfähigkeit forcieren. Der Kunde kann den Kanal wählen, der ihm am besten geeignet erscheint: bei einfachen Produktabschlüssen die Website, bei Fragen zum Konto das KundenServiceCenter und beim Abschluss einer Baufinanzierung das FinanzCenter.

Strategie und Ausblick – Filiale und mobil

Im Filialgeschäft will die Bank neue Wege einschlagen, um den speziellen Bedarf der wachsenden Zahl onlineaffiner Kunden abzudecken. Diese kommen immer seltener in die Bank und kommunizieren per E-Mail, Skype und WhatsApp. Die erste „digitale Filiale“ mit einem innovativen Kommunikations- und Raumkonzept wird die Bank gegen Ende des Jahres in Herten eröffnen. Die Räumlichkeiten der ehemaligen Filiale der Deutschen Bank wurden dafür bereits angemietet.

„Aus vielen Kundengesprächen und der Marktforschung wissen wir, dass trotz dieser Entwicklung weiterhin ein hoher Bedarf an direkter Betreuung und einem persönlichen Ansprechpartner besteht,“ erklärte der Vorstand. „Dieser muss jedoch über alle Medien und vor allem kurzfristig erreichbar sein.“ Um speziell den Berufstätigen entgegen zu kommen, wird die Volksbank eine persönliche Beratung auch außerhalb der bisherigen Öffnungszeiten anbieten.   

„Mit neuen Ideen und starken Partnern im genossenschaftlichen Finanzverbund kann die Volksbank Ruhr Mitte ihren Kunden ein wirklich herausragendes, bedarfsorientiertes Angebot machen, mit deutlichem Mehrwert.“ Ein Ende der Umbruchphase sei – so der Vorstand – allerdings noch nicht abzusehen. Doch stehe heute schon fest: „Die Volksbank Ruhr Mitte bleibt in der Fläche stark und Gewinner des technischen Fortschritts werden unsere Kunden sein.“

Förderbilanz 2016

Die Volksbank Ruhr Mitte ist Ausbilder, Arbeitgeber und Steuerzahler. Als solcher trägt sie maßgeblich zur Stärkung der lokalen Struktur bei. „Unseren Auftrag fassen wir jedoch weiter“, erklärte der Vorstand, „Wir wollen mit guten Ideen aus der Region in unsere Region hineinwirken. Deshalb unterstützen wir gemeinnützige Initiativen, die Neues, aber auch Bewährtes in den Bereichen Kultur, Bildung, Sport oder Soziales umsetzen.“

Gut 900.000 Euro hat die Bank den Menschen der Region in 2016 zukommen lassen. Sie unterstützte 166 größere kulturelle und sportliche Veranstaltungen, an denen rund 183.000 Bürgerinnen und Bürger teilnahmen und organisierte selbst 59 Informationsgelegenheiten, die von 6.500 Teilnehmern besucht wurden.

Personalien

Herausforderungen annehmen und das Beste daraus machen – Voraussetzung dafür sind engagierte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Zum Ende des Geschäftsjahres 2016 beschäftigte die Volksbank Ruhr Mitte 414 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, darunter 34 Auszubildende und 91 Teilzeitkräfte. Für das im August 2017 beginnende neue Ausbildungsjahr können sich Spätentschlossene jetzt noch bewerben.

Im Aufsichtsrat setzt die Volksbank auf personelle Kontinuität: Wolfgang Blendorf, Michael Münch und Reinhard Ollmert wurden für drei weitere Jahre im Amt bestätigt.