Volksbank Ruhr Mitte stellt Jahresergebnis 2019 vor

Starkes Wachstum in schwierigem Umfeld

Gelsenkirchen: In 2019 konnte die Volksbank Ruhr Mitte eG ihr Geschäftsvolumen erneut steigern. Die Bilanzsumme wuchs um 6,6 % auf 2.317,8 Mio. Euro. Der Bilanzgewinn liegt mit 3,1 Mio. Euro auf dem Niveau des Vorjahres.

Erfolgstreiber Kreditgeschäft

Insbesondere aufgrund einer verstärkten Nachfrage im Firmenkundengeschäft ist es der Volksbank gelungen, im Kundenkreditgeschäft dynamisch zu wachsen. Die Kundenforderungen insgesamt erhöhten sich um 5,8 % auf 1.487,6 Mio. Euro. Darin enthalten sind Neukreditzusagen in Höhe von 311,4 Mio. Euro.

Im Baufinanzierungeschäft profitierten die Kunden von den anhaltend niedrigen Kapitalmarktzinsen. Die Nachfrage nach Objekten übertraf laut Marktanalyse der Volksbank das unverändert knappe Immobilienangebot.

Wachsendes Einlagenvolumen trotz Wertverlust

Bei der jüngsten Sitzung der EZB am 4. Juni 2020 veränderte der Rat die Zinsen nicht. Kapitalmarktexperten rechnen auf absehbare Zeit nicht mehr mit steigenden Zinsen. Dennoch wuchsen die Kundeneinlagen der Volksbank Ruhr Mitte in 2019 im Vergleich zum Vorjahr erneut deutlich: um 107,2 Mio. Euro bzw. plus 6,4 %. Noch immer setzen viele Anleger bei der Geldanlage auf die klassischen Tages- und Festgeldprodukte.

„Angesichts der inflationsbedingten Wertverluste bei dieser Einlagenform empfehlen wir unseren Kunden, in Aktien, Fonds und andere substanzorientierte Werte umzuschichten,“ erklärt Dr. Peter Bottermann. Die Depotwerte im Wertpapiergeschäft erreichten in 2019 einen Bestand von 780,8 Mio. Euro und wuchsen deutlich um 13,6 %.

Negativzinsen im Neugeschäft

Da Banken für die Hinterlegung ihrer Gelder bei der EZB und bei anderen Banken keine Zinsen mehr erhalten, sondern Negativzinsen in Höhe von 0,5 % bezahlen, geben immer mehr Institute diese Kosten an ihre Kunden weiter. Auch die Volksbank Ruhr Mitte wird angesichts ihres stetig steigenden Einlagevolumens die Kosten zukünftig in Ihrer Preisgestaltung berücksichtigen. Ab dem 1. August 2020 werden für alle Neukunden bei einer Überschreitung bestimmter Freibeträge Negativzinsen weitergegeben (für Privatkunden bei Girokonten ab 25.000 Euro und Tagesgeldern ab 100.000 Euro; für Firmenkunden auf Girokonten ab 100.000 Euro und Tagesgeldern ohne Freibetrag). Bei bestehenden Kundenverbindungen will die Bank nur bei Kunden mit sehr hohen Guthaben individuell eine Vereinbarung zur  Berechnung von Negativzinsen treffen, das breite Privatkundengeschäft bleibt damit weiterhin ausgenommen.

Ertragsentwicklung stabil

Im Zinsgeschäft sanken die Margen durch die Niedrigzinsphase im Geschäftsjahr 2019 weiter. Durch das deutlich gestiegene Neukreditgeschäft konnte das Zinsergebnis dennoch nahezu auf dem Niveau des Vorjahres gehalten werden. Auch das Provisionsergebnis liegt mit 17,2 Mio. Euro auf der Höhe des Vorjahres.

Die Verwaltungsaufwendungen, die sowohl die Personal- als auch Sachkosten beinhalten, haben sich trotz der EDV-Migration auf ein neues Kernbanksystem nur leicht erhöht.

Der Bilanzgewinn liegt mit 3,1 Mio. Euro auf dem Niveau des Vorjahres.

Vertreterversammlung corona-bedingt verschoben

Die traditionell im Mai tagenden Vertreter konnten aufgrund der Corona-Einschränkungen bislang nicht zusammenkommen. In der 136-jährigen Geschichte der Volksbank hat es das so noch nicht gegeben. Der Aufsichtsrat hat stattdessen auf Basis einer gesetzlichen Ausnahmeregelung den Jahresabschluss am 25. Juni 2020 festgestellt.

Auch die für Mai 2020 geplante Ausschüttung der Dividenden in Höhe von 686 TEUR musste verschoben werden, da die EZB und Bankenaufsicht allen Banken aufgrund der Corona-Krise zunächst die Auszahlung bis Oktober 2020 untersagt hat. Danach soll das Votum der Vertretersammlung eingeholt werden.

Digitale Angebote für Kunden kostenlos

In der Corona-Krise verzeichnete die Volksbank erneut hohe Zuwachsraten bei ihren digitalen Serviceangeboten, beispielsweise beim kontaktlosen Bezahlen (+17 % im März 2020) oder beim Online-Banking (+5,5 % im März 2020). Das Bezahlen mit dem Smartphone, zuletzt über Apple Pay, erfreut sich ebenfalls wachsender Beliebtheit. Die Volksbank setzt auch weiterhin auf Innovationen – mit einer neuen Online-Banking-Plattform (Mitte 2021) und einer neuen VR-BankingApp (September 2020).

Die digitalen Services, wie z.B. das kontaktlose Bezahlen mit der Karte oder dem Smartphone, sind für die Kunden der Volksbank in fast allen Kontomodellen kostenlos.

„Wir sind über jeden Kanal auch persönlich für unsere Kunden da,“ verspricht Ingo Abrahams. „Dies unterscheidet uns in der qualifizierten Kundenbetreuung deutlich von den Direktbanken. Vor allem im Immobiliengeschäft ist es unerlässlich, dass sich die Berater vor Ort auskennen und ihre Kunden bei Kauf und Verkauf einer Immobilie umfassend begleiten.“

Filialen und SB-Stellen werden modernisiert

Die Modernisierung der Niederlassung Gladbeck ist weitgehend abgeschlossen. Die Kundenbereiche in Gelsenkirchen und Herten-Mitte sowie einige SB-Center werden neu gestaltet. Das SB-Center Rotthausen zieht von der Karl-Meyer-Str. 7 in das Haus Nummer 36.

Der Mensch im Mittelpunkt

Rund 2.300 Mitglieder und Kunden aus Gelsenkirchen, Herten, Gladbeck, Wattenscheid und Marl-Polsum besuchten in 2019 die von der Volksbank organisierten – insgesamt 37 – Veranstaltungen.

In den Bereichen Kultur und Sport förderte die Bank aus eigenen Mitteln und dem Topf des Gewinnsparvereins 466 Veranstaltungen (185.500 Teilnehmer) sowie Bildungsinitiativen für Kinder und Jugendliche (10.300 Kursteilnehmer) – mit insgesamt 640 TEUR.

Über die Spendenplattform förderpott.de sammelten 28 Projekte eine Spendensumme von 54 TEUR Euro.

Nachhaltigkeit verpflichtet

„In den letzten Jahren“, so Abrahams, „haben wir begonnen unseren Beitrag zum Thema Klimawandel auszubauen. Hierzu zählt die energetische Sanierung unserer Gebäude, die Begrünung der Dächer, eine neue Heizungs- und Beleuchtungstechnik, der klimaneutrale Postversand und die sukzessive Umstellung unseres Firmenfuhrparks auf Elektro- oder Hybridfahrzeuge.“ Ingo Abrahams ist sich bewusst, dass es bis zur Nullemission noch ein weiter und anstrengender Weg ist. Für ihn ist wichtig, dass sich Unternehmer und Bürger gemeinsam auf den Weg machen.

Erfolgreiche Sondierungsgespräche mit der Volksbank Rhein-Ruhr

Am 25. Mai 2020 wurde von Vorstand und Aufsichtsrat der Volksbank Ruhr Mitte sowie der Volksbank Rhein-Ruhr ein Letter of Intent (LoI) unterzeichnet, der die Absicht erklärt, in konkrete Fusionsverhandlungen einzusteigen und erste Rahmenbedingungen für das Gesamthaus zu entwickeln. Besonders hervorzuheben ist hierbei ein klares Bekenntnis zur Beibehaltung der regionalen Identität, denn schon aufgrund der Größe des Geschäftsgebietes ist die Beibehaltung einer dezentral aufgestellten Bank sinnvoll.

Mit der Unterzeichnung des LoI wurde das Ende der Sondierungsphase erfolgreich und plangemäß erreicht. Nun schließt sich eine Phase der Konkretisierung an, in der die Entwicklung eines gemeinsamen Strategieprozesses und die Harmonisierung von Funktionsbereichen im Vordergrund stehen. Die Projektarbeit dazu startet nach den Sommerferien unter Einbeziehung der Führungskräfte und Mitarbeiter beider Banken.

Über das Ergebnis werden die Vertreter in regionalen Veranstaltungen im ersten Quartal 2021 informiert, bevor dann in der Vertreterversammlung im Mai 2021 die erforderlichen Fusionsbeschlüsse herbeigeführt werden.

Dr. Peter Bottermann ist überzeugt: „Die bisherigen Gespräche haben uns gegenseitig darin bestätigt, dass wir die richtigen Partner zum richtigen Zeitpunkt füreinander sind und die Fusion strategisch sinnvoll ist.“

Ausblick

„Der Ausbruch des Corona Virus und der hierdurch bedingte Lockdown belasten die heimische Wirtschaft und die Volksbank.“ Dr. Peter Bottermann und Ingo Abrahams blicken trotz allem optimistisch in die Zukunft. „Wir werden unseren Beitrag dazu leisten, dass es für möglichst viele Menschen in unserer Region wirtschaftlich wieder bergauf geht. Wir waren in der Krise für unsere Kunden da und sind es auch weiterhin.“