Ein Cello, das an der Schulter gespielt wird und selbst für erfahrene Musiker eine Rarität ist: In der neuen Spielzeit von „Kunst entdeckt Kirche (KeK)“ wartet in der Matthäuskirche eine außergewöhnliche musikalische Begegnung. Acht Veranstaltungen stehen 2026/2027 auf dem Programm. Die Volksbank Ruhr Mitte begleitet die Konzertreihe seit mehr als 25 Jahren als Förderer.
Einer der ungewöhnlichsten Abende dürfte „Da Spalla“ werden. Sergey Malov spielt ein Violoncello da spalla, ein historisches Instrument, das kleiner als ein klassisches Cello, aber größer als eine Bratsche ist und deutlich tiefer klingt. Es wird nicht zwischen den Beinen, sondern an der Schulter gespielt.
Auch für Generalmusikdirektor Rasmus Baumann ist das eine besondere Begegnung: Ein Violoncello da spalla hat er bislang noch nicht live gehört. Auf dem Programm stehen barocke Werke von Johann Adolf Hasse, Carl Philipp Emanuel Bach und Georg Friedrich Händel.
Von Paul Gerhardt bis zu den „goldenen Zwanzigern“
Die 28. Spielzeit beginnt am 1. November 2026 mit „Hoffnung beflügelt“. Christian Schnarr am Flügel und KeK-Vorsitzender Ernst-Martin Barth mit ausgewählten Texten widmen sich Paul Gerhardt und seiner Zeit. Im Mittelpunkt stehen Texte und Musik über Hoffnung, Trost und Zuversicht, die auch Jahrhunderte nach ihrer Entstehung berühren.
Das Datum hat für KeK eine besondere Bedeutung: Am 1. November 1998 fand das erste Konzert der Reihe statt. Seitdem ist „Kunst entdeckt Kirche“ zu einem festen Bestandteil des Kulturlebens im Gelsenkirchener Norden geworden.
Musikalisch bleibt die Spielzeit breit aufgestellt: Der Kammerchor ars cantandi präsentiert mit „Passio“ Chormusik von der Renaissance bis zur Gegenwart. Bei „Die goldenen Zwanziger“ stehen Posaunist Kris Garfitt und die Neue Philharmonie Westfalen auf der Bühne. Das Saxophon-Quartett Pindakaas nimmt das Publikum mit „Voyage“ auf eine Reise durch die Jahrhunderte. Zum Abschluss der Spielzeit rückt die Neue Philharmonie Westfalen noch einmal Bach in den Mittelpunkt.
Musik auch für Familien
Zwei Familienveranstaltungen laden zum Entdecken und Mitmachen ein. Beim Adventskonzert wird gemeinsam gesungen, im Januar dreht sich alles um den Kontrabass, eines der größten Instrumente des Orchesters. Beide Veranstaltungen sind kostenfrei.
Dass KeK sein Publikum erreicht, zeigen auch die Zahlen des Vereins: In den vergangenen Jahren besuchten jeweils zwischen 1.800 und 2.000 Menschen die Konzerte.
Vereinsvorsitzender Ernst-Martin Barth dankte bei der Vorstellung des Programms ausdrücklich für die langjährige Förderung. Sie schafft eine wichtige Grundlage für die Konzertreihe.
„Die Volksbank Ruhr Mitte unterstützt Kunst entdeckt Kirche seit mehr als 25 Jahren. Uns ist wichtig, dass Kultur vor Ort für möglichst viele Menschen erreichbar bleibt. Wenn eine Konzertreihe über so viele Jahre ihr Publikum findet und zugleich immer wieder etwas Neues entdecken lässt, unterstützen wir das sehr gerne“, sagt Jörg Lott, Vorstandsmitglied der Volksbank Ruhr Mitte.
Bekannte Werke, musikalische Entdeckungen und Angebote für die ganze Familie prägen damit auch die 28. Spielzeit. Und manchmal genügt ein seltenes Cello, um neugierig auf einen Konzertabend zu machen.
Programm und Karten: www.kunstentdecktkirche.de | www.kunstentdecktkirche.de/eintrittskarten/
Alle Termine der Spielzeit 2026/2027
1. November 2026, 18 Uhr
„Hoffnung beflügelt“
Christian Schnarr, Flügel | Ernst-Martin Barth, Texte
15. November 2026, 18 Uhr
NPW Barock I: „Da Spalla“
Sergey Malov, Violoncello da spalla und Leitung | Werke von Johann Adolf Hasse, Carl Philipp Emanuel Bach und Georg Friedrich Händel
12. Dezember 2026, 16.30 Uhr
Adventslieder-Mitsingkonzert
Carsten Böckmann, Klavier | Alexander Ribbat, Trompete | Kinderchor Matthäus-Spatzen | gemeinsam mit dem Inner Wheel Club Gelsenkirchen | Eintritt frei
24. Januar 2027, 15.30 Uhr
Familienkonzert: Der Kontrabass
Gunnar Polansky stellt den Kontrabass vor | Mitmachen ausdrücklich erwünscht | Eintritt frei
21. Februar 2027
„Passio“
Kammerchor ars cantandi | Chormusik von der Renaissance bis zur Gegenwart
7. März 2027
NPW Klassik: „Die goldenen Zwanziger“
Kris Garfitt, Posaune | Rasmus Baumann, Leitung
6. Juni 2027
„Voyage – Eine Reise durch die Jahrhunderte“
Saxophon-Quartett Pindakaas
4. Juli 2027
NPW Barock II: „Der weltliche Bach“
Jörg Halubek, Cembalo und Leitung | Neue Philharmonie Westfalen