Jetzt handeln! Unabhängig und klimafreundlich mit Photovoltaik

Jeder sechste deutsche Gebäudeeigentümer plant, in 2022 eine Photovoltaik-Anlage anzuschaffen.(1) Die wichtigsten Gründe sind laut BSW die steigenden Energiepreise, der Wunsch nach mehr Versorgungsunabhängigkeit und die Energiewende. Diese Nachfrage – fast 3,5 Millionen Anlagen in 2022 (2) – trifft auf ein durch zahlreiche preistreibende Faktoren gestress­tes Angebot. Warum es sich dennoch lohnt, jetzt schon loszulegen, erfahren Sie hier.

Jetzt in die Warteschlange einreihen

Energie aus der eigenen PV-Anlage ist sauber und deutlich preiswerter als Strom aus dem öffentlichen Netz. Je mehr Strom Sie selbst erzeugen, desto weniger müssen Sie aus dem öffentlichen Netz beziehen. Überschüsse können Sie gegen eine Vergütung ins öffentliche Netz einspeisen oder mithilfe eines Stromspeichers für den Eigenverbrauch zurückhalten.

Es spricht also nichts gegen eine Anschaffung – auch nicht die derzeitige Marktsituation. Denn daran wird sich auf absehbare Zeit nichts ändern. Wir empfehlen deshalb, jetzt mit den vorbereitenden Arbeiten zu beginnen und sich schon mal in die Warteschlange einzureihen.

Wer nicht selbst in eine PV-Anlage investieren will, kann diese auch bei seinem örtlichen Versorger mieten. Wir raten davon ab. Aufgrund der häufig langen Vertragslaufzeiten übersteigen die Mietzahlungen langfristig die Kosten für eine gekaufte Anlage deutlich. Zudem geht es ja gerade darum unabhängig zu werden.

Legen Sie los! 7 Arbeitsschritte bis zum Betrieb

1. Dacheignung und Zustand checken

Wesentlichen Einfluss auf Einstrahlung und Ausbeute haben die Ausrichtung des Dachs, seine Neigung (ideal sind 30 bis 45 Prozent) und verschattende Objekte. Dachaufbauten verringern die nutzbare Fläche, aber auch Ost-West-Ausrichtungen sind rentabel. Wichtig ist, Zustand und Lebensdauer des Dachs vorab mit einem Dachdecker zu klären. Eine erste Einschätzung der Eignung erhalten Sie über das regionale Solardachkataster der Metropole Ruhr (www.solardachkataster.rvr.ruhr). In einigen Fällen ist es angezeigt eine Fachberatung zu beauftragen.

2. Strombedarf ermitteln – mit Zuschlag

Ihr Anbieter ermittelt mithilfe Ihrer Stromabrechnungen, wie viel Solarstrom Sie gewinnen und selbst verbrauchen können. Dabei sollten die Verbräuche für ein noch anzuschaffendes E-Auto oder eine Wärmepumpe berücksichtigt werden. Unsere Empfehlung: Planen Sie – auch wenn jetzt teurer – großzügig. Auf lange Sicht spart das Geld und Zeit.

3. Kosten abschätzen

Derzeit müssen Sie mit 1.200 bis 1.800 Euro netto (Gesamtkosten inkl. Stromspeicher und Montage) pro Kilowatt Leistung rechnen.(3) Die Rentabilität steigt mit der Größe der Anlage. Eine kleinere Anlage mit 4 kWp Leistung und einer Stromproduktion von 4.000 kWh kostet bis zu 7.200 Euro netto, eine Anlage mit einer Leistung von 10 kWp bis zu 18.000 Euro netto. Die Größe von PV-Anlagen auf privaten Dächern liegt in der Regel zwischen 2 und 10 kWp.

Für Strom, den Sie nicht verbrauchen und ins Netz einspeisen, erhalten Sie eine Einspeisevergütung von 6,43 Cent pro kWh (Stand März 2022). Für Strom vom Versorger bezahlen Sie derzeit bis zu 36 Cent pro kWh.(4)

Wir empfehlen: Verzichten Sie auf eine Netz-Einspeisung, denn sie rechnet sich nicht. Investieren Sie stattdessen in einen Stromspeicher. Damit können Sie im Jahresschnitt rd. 70 bis 80 Prozent Ihres Stromverbrauches abdecken (Eigenverbrauch). Folgende Testergebnisse helfen Ihnen den richtigen Speicherhersteller zu finden: https://solar.htw-berlin.de/studien/speicher-inspektion-2022/

 

Deutscher Anbieter, wie die Firma RCT Power bieten eine hohe Produktqualität.

4. Anbieter finden & Angebot einholen

Bei der Suche nach einem Anbieter hilft Ihnen die BSW-Handwerkerdatenbank (solarwirtschaft.de / Verbraucher / Handwerker­suche). Ergänzend sollten Sie sich in Ihrer Nachbarschaft bei PV-Anlagenbetreibern umhören. Sie können aus erster Hand berichten und gegebenenfalls Empfehlungen aussprechen. Darüber hinaus gibt es gute überregionale Anbieter, wie z.B. die Firma Wegatech, die mit regionalen Fachbetrieben zusammenarbeiten.

Unser Tipp: Holen Sie mehrere Angebote ein. Stellen Sie den Handwerkern dafür folgende Daten zur Ver­fügung: Größe und Ausrichtung der Dachfläche, Beschaffenheit des Dachs, Zugänglichkeit und Höhe, sowie mögliche Standorte für einen Stromspeicher, Stromverbrauch und Anzahl der Verbraucher, geplante Nutzung. Vereinbaren Sie am besten einen Termin vor Ort. Anschließend bewerten Sie die Angebote. Neben dem Preis sollten diese Angaben zu den Leistungen von Anlage und Speicher, zu Herstellern, Bauart der Module, des Wechselrichters, des Speichers, sowie einen Montageplan und eine Wirtschaftlichkeitsberechnung enthalten.

Wir empfehlen: Achten Sie bei der Beschaffung der Anlage auch auf nachhaltige und menschenwürdige Produktionsbedingungen. Beziehen Sie die Solarpanel und Zubehörteile, vor allem Ergänzungstechnik wie Wechselrichter von deutschen / europäischen oder koreanischen Anbietern. Die hohe Qualität und der Support rechtfertigen in der Regel einen vertretbaren Aufpreis.

Handwerkerliste: https://www.gelsenkirchen-herten.de/fileadmin/user_upload/Handwerkerliste_Solarenergie_Stand_211217.pdf

5. Finanzierung & Förderung

Für die Finanzierung können Sie – sofern bestimmte technische Anforderungen erfüllt sind – eine Förderung beim Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) beantragen. Unter www.foerderdatenbank.de erhalten Sie einen Überblick über Förderprogramme des Bundes, der Länder und der EU. Auch die Kommunen Gelsenkirchen und Herten fördern PV-Anlagen und / oder Speicher. Wichtig: Mit der Umsetzung (Beauftragung bzw. Vertrags­schluss) darf grundsätzlich nicht vor Bewilligung der Fördergelder begonnen werden.

https://www.gladbeck.de/Leben_Wohnen/Klima_in_Gladbeck/_solarmetropole.asp

https://www.gelsenkirchen.de/de/_meta/buergerservice/1508-foerderung-von-photovoltaik-anlagen-im-stadtgebiet-von-gelsenkirchen

https://www.gelsenkirchen-herten.de/projekte/projekte-einzelansicht/klimaschutz-neue-angebote-und-foerderprogramme-fuer-photovoltaik-und-heizungsanlagen-in-herten

6. Anlage installieren lassen

Wichtig ist, nach der Auswahl und dem Förderbescheid zügig die Bestellung abzuschließen. Angesichts der derzeitigen Lieferengpässe, und der hohen Nachfrage werden Sie sich bis zur Installation auf längere Wartezeiten einstellen müssen.

Für die Montage wird immer ein Gerüst benötigt, das von der Fachfirma gestellt wird.

7. Anlage anmelden & versichern

Der Installateur übernimmt für Sie in der Regel auch die Anmeldung der Anlage bei Ihrem Netzbetreiber. Außerdem sollten Sie die PV-Anlage Ihrem Gebäudehaftpflichtversicherer melden und sich mit den steuerlichen Fragen rund um Ihre PV-Anlage befassen.

Fazit: Warten Sie nicht damit, zu handeln. Mit einer PV-Anlage machen Sie sich unabhängig von schwankenden Preisen und unabhängig von öffentlichen Stromanbietern. Die Anschaffungskosten amortisieren sich bei hohem Eigenverbrauch schnell.

Bei der Finanzierung und Nutzung der Fördermittel unterstützen und beraten wir Sie gerne.


(1) YouGov-Repräsentativumfrage im Auftrag des Bundesverbandes Solarwirtschaft e. V. (BSW)

(2) Umfrage des Marktforschungsinstituts Appino

(3) Quelle: ndr.de/ratgeber/verbraucher/photovoltaik

(4) Quelle: ndr.de/ratgeber/verbraucher/photovoltaik
 

Autoren: Stefanie Nowak (Wortformat) und Wilhelm Uhlenbruch (Volksbank)